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Stadtbibliothek Rottenburg

Stadtbibliothek Rottenburg

An der Schnittstelle zwischen mittelalterlicher Altstadt und bischöflichem Palais sollte eine neue Stadtbibliothek entstehen, die darüber hinaus an prominenter Stelle als Treffpunkt für die Bürger dienen sollte. Entstanden ist ein kommunizierender Baustein im städtischen Gefüge. Kommunikation wird auf dieser stadträumlichen Ebene so verstanden, dass Themen der Umgebung aufgenommen, interpretiert und neu wiedergegeben werden. So kann etwas Neues entstehen, dessen „genetischer Code“ aus der Umgebung gespeist wird. Der Baukörper für die Stadtbibliothek wurde in Anlehnung an die geknickte Bauform des Nachbargebäudes entwickelt. So entsteht ein räumlicher Dialog.

 

Das Grundstück liegt an der Schnittstelle ganz unterschiedlicher Maßstäblichkeiten. Die verschiedenen Traufhöhen des Neubaus – bedingt durch das gerade Satteldach auf der geknickten Gebäudeform – können zwischen dem imposanten bischöflichen Palais und den niedrigeren Gebäuden der Altstadt vermitteln. Die umfassenden Innenwände sind im Sinne einer Bibliothek weitgehend mit Regalen belegt. Unterbrochen werden diese durch große Fenster mit tiefen Leibungen, die zum Sitzen und Lesen geeignet sind. Die Leser in den Fenstern werden von außen sichtbar und transportieren so die Funktion des Hauses in den öffentlichen Raum. Von innen bietet jedes der Lesefenster einen eigenen, gerahmten Blick in die Stadt.

 

Gebaut ist das Haus als massive Ziegelkonstruktion mit Stahlbetondecken, sowie aussteifenden Stahlbetonwänden. Die als Putzfassade wurde als Besenstrich ausgeführt, um der Oberfläche Tiefe zu verleihen. Unterstützt wird diese Wirkung durch eine zweifarbige Beschichtung.

 

Zusammenfassend kann das Haus als Statement dafür verstanden werden, wie moderne Architektur in einer historisch gewachsenen Umgebung verankert werden kann.

Bauzeit

2016–2017

Standort

Rottenburg am Nekar

Auftraggeber

Stadt Rottenburg am Nekar

Kategorie

Kultur und Kirche

Auftragsverfahren

1. Preis Wettbewerb

Fertigstellung (Jahr)

2017

BGF

2.000 m²

Leistungsphasen

LPH 2–9

Fotocredit

Roland Halbe

Auszeichnungen

Staatspreis Baukultur (2020)

Otto-Borst-Preis (2020)

DAM Preis Finalist (2019)

Deutscher Ziegelpreis (2019)

Status

Realisierung